Die Haltung meiner Europäischen Vögel im Winter (AZN 10/2002) 22.10.2017 21:08 (UTC)
   
 
Die Haltung meiner Europäischen Vögel während der Winterzeit

Viel wurde bisher über die Haltung und Zucht unserer europäischen Singvögel berichtet. Leider sind es immer die selben Züchter, die sich die Arbeit machen und Ihre Erfahrungen für alle
Mitglieder in den AZ-Nachrichten veröffentlichen. Hat nicht jeder von uns in der Vergangenheit sowohl positive als auch negative Erfahrungen mit seinen Pfleglingen gemacht, die auch anderen Züchtern helfen könnten? Warum jedoch werden diese dann nicht über die AZ-Nachrichten weitergegeben? Ich möchte daher nochmals an alle Mitglieder apellieren, Ihre Erfahrungen in den AZ-Nachrichten vorzustellen, um gerade die Neubeginner in unserem Hobby vor Rückschlägen zu bewahren und aufkommende Fragen auf diesem Wege zu beantworten.
 
Gehaltene Vogelarten
Bevor ich auf die Haltung während der Winterzeit zu sprechen komme, möchte ich kurz meine Vogelarten vorstellen. Ich halte und züchte Waldvögel seit 4 Jahren. In die Zuchtsaison 2002 gehe ich erstmals mit Körnerfressern, Weichfressern (Insektenfressern) sowie Gemischtköstlern. An Körnerfressern sind Girlitze, Birkenzeisige, Stieglitze und Grünfinken in meinen Volieren beheimatet. Buchfinken und Bergfinken sind als Gemischtköstler einzustufen. Erstmals werden sich auch Gartenrotschwänze aus der Familie der Insektenfresser in meinen Volieren befinden.
 
Ausklang der Zuchtsaison 2001
Die Saison 2001 verlief für mich überraschend erfolgreich. So wurden alles in allem 30 junge Waldvögel großgezogen, darunter Birkenzeisige, Stieglitze, Grünfinken, Buchfinken und Bergfinken. Erstmals wurden auch die neuen Pflichtringe des BNA aufgezogen, die auch problemlos von den Alttieren akzeptiert wurden. Einzig bei den Buch- und Bergfinken habe ich die Ringe vorsichtshalber mit hornfarbenem Klebeband umhüllt, um das Risiko des Herauswerfens der Jungvögel zu verringern. Diese Methode hat sich als sehr erfolgreich herausgestellt. Ich hatte aus diesem Grund auch keine Verluste zu verzeichnen. Der Großteil der Jungvögel sowie meine gemachten Erfahrungen konnten zum Aufbau neuer Zuchtstämme an andere Züchter, darunter auch einige Neubeginner in unserem Hobby, weitergegeben werden. Die Zuchtpaare sowie deren Nachzuchten wurden in den entsprechenden Volieren belassen. Streitigkeiten zwischen den Alt- und Jungtieren waren kaum festzustellen.
 
Volieren
Für die Haltung der europäischen Vogel stehen mir drei direkt aneinandergrenzende Außenvolieren mit folgenden Abmessungen zur Verfügung: Voliere I: 4 m x 3 m x 2,5 m, Voliere II: 4 m x 4 m x 2,5 m, Voliere III: 4 m x 1 m x 2,5 m (L x B x H). Diese sind zum größten Teil überdacht und im Winter beziehungsweise an stürmischen Tagen allseitig durch Anbringen von Schutzplatten zu schließen. Dadurch ist einer zu starken Auskühlung im Winter vorgebeugt. Die Temperatur liegt hierin immer etwas höher als außerhalb der Volieren, was den Vögeln sichtlich bekommt. Die Volieren sind mit einigen Koniferen sowie kleineren Gewächsen unterschiedlicher Art bepflanzt. Der Großteil der Volieren ist allerdings mit Kieferngrün ausgestattet, so sind zum Beispiel die Seitenwände dicht mit Kieferngrün bestückt, was gerade von den Stieglitzen und Girlitzen sehr gern als Nistplatz genutzt wird. Des weiteren werden in jeweils einer Ecke der Voliere einige Kiefern zu einer kleinen Schonung zusammengestellt. Das Kieferngrün wird zweimal im Jahr erneuert, etwa im Februar und August, es sei denn es finden dort noch Bruten statt, dann später. Als Sitzmöglichkeiten stehen Birken, die vom Boden bis zur Volierendecke reichen, Kiefernäste sowie Wurzeln und Steine zur Verfügung. Der Boden ist einerseits etwa 5 cm dicht mit Fichtennadeln belegt, die angeblich gegen Kokzidien wirken sollen. In diesen verrottenden Nadeln sind große Mengen an Kleinstlebewesen und Samen zu finden. Daher wird der Volierenboden sehr gern von allen Waldvogelarten aufgesucht. Sind die Nadeln fast zersetzt wird eine neue Schicht aufgetragen. Andererseits befindet sich auch immer eine Sandstelle in der Voliere, die gerade zum Sandbaden sehr gern aufgesucht wird. Es ist kein Schutzhaus vorhanden. Das ist auch nicht nötig, weil die Volieren ja allseitig wind- und wettergeschützt sind. In diesen Volieren überwintern alle meine europäischen Vögel mit Ausnahme der Gartenrotschwänze. Diese sind nach Geschlechtern getrennt in Zuchtboxen untergebracht. Die Boxen haben die Maße 60 cm x 40 cm x 40 cm (L x B x H) und sind ebenfalls mit Kieferngrün ausgestattet. Die Temperatur im Raum beträgt je nach Witterung etwa 0 bis 10 °C.
  
 Aussenvoliere offen                                  Aussenvoliere geschlossen

Ernährung
Bekommen die Waldvögel zur Zuchtzeit Grün-, Keim- und Weichfutter sowie Lebendfutter in Form von Mehlwürmern, Pinkies und Wiesenplankton, so reiche ich den Körnerfressern und Gemischtköstlern außerhalb der Brut und Mauser nur ein Waldvogelfuttergemisch. Ab etwa Ende Februar beginne ich wieder langsam mit der Fütterung von Weich- und Lebendfutter, wobei die Mengen Tag für Tag leicht angehoben werden. Eine Ausnahme stellen hierbei natürlich wieder die Gartenrotschwänze dar, die auch zur Winterzeit mit etwa 50% Weichfutter, 25% Mehlwürmern und 25% eingefrorenen Pinkies ernährt werden. Ein Kalk-Grit-Gemisch steht immer zur Verfügung. Das Wasser wird täglich frisch in einem selbsthergestellten Wasserbecken gereicht. Dies besteht aus einem Sickerschacht, der unterhalb der Erdoberfläche sitzt und einem darüber gemauerten Natursteinbecken. Zwei- bis dreimal jährlich wird eine vorbeugende Kur gegen Kokzidien durchgeführt. Die Kur dauert circa 8 Tage. Dabei wird drei Tage lang SULFADIMIDIN übers Trinkwasser gereicht, am darauffolgenden Tag wird VITAKOMBEX V, ein Multivitaminkonzentrat, unter das Trinkwasser gemischt. Diese Prozedur wird nochmals wiederholt.
 
Vorbereitung der Zuchtsaison 2002
Mit der Vorbereitung für die anstehende Zuchtsaison habe ich bereits im Februar begonnen. Die Volieren wurden neu eingerichtet und mit den Vögeln besetzt. Weitere Veränderungen werden nun nicht mehr durchgeführt. Somit sind die Volieren folgendermaßen besetzt: Voliere I: je ein Zuchtpaar Buchfinken, Bergfinken, Birkenzeisige, Girlitze - Voliere II: je ein Zuchtpaar Buchfinken, Bergfinken, Grünfinken, Stieglitze - Voliere III: ein Zuchtpaar Bergfinken. Mitte April werden dann die Nistgelegenheiten unterschiedlicher Art, zum Beispiel Nistklötze, Kaisernester und halboffene Nistkästen, angebracht. In den Volieren II und III werden ebenfalls ab Mitte April die Gartenrotschwänze angepaart.
 
Ausblick
Ich hoffe, daß das Zuchtjahr 2002 ähnlich erfolgreich wie das Vorjahr wird. Über Punkte wie Fütterung während der Zuchtzeit, Brut und Aufzucht und über die letztendlichen Erfolge werde ich später an gleicher Stelle berichten. Ich hoffe ebenfalls, daß ich mit meinen Aussagen einige Fragen beantworten konnte. Falls dennoch Fragen offen sind stehe ich natürlich mit Rat und Tat zur Verfügung. Ebenso würde ich mich über Anregungen und Meinungen jeglicher Art freuen. Ansonsten wünsche ich allen Mitgliedern der AZ, insbesondere den Züchtern europäischer Vögel alles Gute und ein erfolgreiches Zuchtjahr 2002.

  
 Voliereneinrichtung                                   Einrichtung Überwinterungsbox
 
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